Digitale Rauschfilter: Möglichkeiten und Grenzen


Bildrauschen ist meist kein ernsthaftes Thema, wenn man unter idealen Lichtbedingungen fotografiert und dabei niedrige ISO Werte einstellen kann. Aber selbst unter diesen sehr guten Bedingungen ist es da. Jeder Bildsensor, egal ob CCD, CMOS oder NMOS, rauscht in Abhängigkeit verschiedener Parameter und Bedingungen. Man sieht aber oft dieses Bildrauschen auf den Fotos kaum oder gar nicht, solange man nicht zum Beispiel die Schatten stark aufhellt.

Sind die Aufnahmebedingungen lichttechnisch ungünstig, dann kann das Bildrauschen schnell zu einem ernsthaften Problem werden. Dies trifft besonders zu, wenn die Pixel der Bildsensoren sehr klein sind, man hohe ISO-Zahlen auf Grund von Lichtmangel oder Stabilitätsgründen einstellen musste oder das verwendete Objektiv nicht gerade lichtstark ist. Selbst die Umgebungstemperatur hat Einfluss auf das Rauschen. Je höher die Temperatur ist, umso größer wird in der Regel die Rauschkomponente, die von Sensor und Sensorelektronik dominiert wird.

Moderne Digitalkameras, besonders die großformatigen SLR, bieten bereits verschiedene Möglichkeiten zur Rauschreduzierung. Dazu gehören neben relativ rauscharmen Sensortechnologien auch bereits integrierte Wege wie Verfahren in der Kameraelektronik und auch Algorithmen in der Nachbearbeitung der aufgenommen Bilder.
Wenn man die Zusammenhänge und Ursachen von Rauschen kennt, eine gewisse Anpassung der Aufnahmebedingung vornehmen kann und sich auch mit den Einstellmöglichkeiten der eigenen Kamera vertraut gemacht hat, dann kann man bereits bei der Aufnahme auf das Rauschverhalten Einfluss nehmen.

Ich persönlich bevorzuge ohnehin die Speicherung und Verwendung von RAW-Daten, die nicht bereits in der Kamera durch Vorverarbeitungen wie Rausch- oder Schärfungsfilter beeinflusst sind. Meiner Auffassung nach bietet die Nachbearbeitung am PC, egal ob in Einzelaktionen oder per Stapelverarbeitung die besseren Optimierungsschritte. Dies betrifft besonders auch auf die Schritte zur Rauschreduzierung zu.

Es gibt viele verschiedene mathematische Algorithmen zur wirksamen Rauschreduzierung. Nicht alle davon sind universell einsetzbar bzw. ohne Kenntnis der Zusammenhänge verwendbar. Immerhin geht die Anwendung von Rauschfiltern mit der Reduzierung von Schärfe oder dem Verlust von Detailinformation einher. Bei der richtigen Anwendung kann aber auch genau das Gegenteil passieren – man gewinnt Detailinformation und Schärfe.

Nun werden sich aber die wenigsten Fotografen und Bildbearbeiter mit Mathematik und Algorithmus von Rauschfiltern auseinandersetzen wollen. Und dies muss man bei Nutzung der richtigen Programme bzw. Plug-ins auch kaum noch. Moderne Rauschfilter können auf Basis der Bild- und Kamerainformationen oft die günstigste Methode zur Rauschminimierung empfehlen bzw. automatisch verwenden.

In den folgenden Artikeln werde ich einige der besten und verbreitesten Software zur Rauschreduzierung vorstellen und an Beispielen die Wirkung und Einstellmöglichkeiten demonstrieren.

 

 

Ein Gedanke zu „Digitale Rauschfilter: Möglichkeiten und Grenzen“

  1. Hallo! Vielen Dank für diesen guten Blogeintrag. Bin schon auf die nächsten gespannt, da mich das Thema Rauschreduzierung sehr interessiert. Leider besitze ich nicht die beste Kamera, sodass viele meiner Konzertfotos stark rauschen. Wie ich das am PC wieder weitestgehend ausgleichen kann, interessiert mich daher sehr. Bin schon sehr gespannt auf deine Empfehlungen!

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