Photoshop CS6 – Korrektur von Verzerrungen

Weitwinkelkorrektur

Auch wenn ein großer Anteil meiner fotografierten Bilder Landschaften in den verschiedenen Jahreszeiten zeigt so mache ich doch auch gern Aufnahmen von architektonisch interessanten Häusern und Gebäuden. Im Dschungel einer Großstadt oder in den engen Gassen verträumter Ortschaften hat man nur selten die Chance für ein Foto ohne verzerrte Perspektive. Unabhängig von der vom Fotografen gewählten Perspektive haben Weitwinkelobjektive ohnehin mehr oder weniger stark ausgeprägte Abbildungsfehler, die sich auch bei hochwertigen Optiken nie vollständig vermeiden lassen.

Abgesehen davon, dass Fotoaufnahmen mit stürzenden Linien auch einen künstlerischen Wert besitzen und oft besonders interessant wirken, so möchte man doch oft die Perspektive einer Gebäudeaufnahme in der Nachbearbeitung korrigieren. Viele Bildbearbeitungsprogramme bieten für diese Aufgaben Funktionen und Tools an. Auch Photoshop hat seit vielen Versionen sehr gut funktionierende Wege zur Korrektur von Objektivfehlern und perspektivischen Verzerrungen.

Heute möchte ich eine Möglichkeit vorstellen, die Photoshop erst seit der Version CS6 besitzt. Diese Funktion hat im Deutschen einen eher verwirrenden und sehr wissenschaftlich klingenden Namen: Adaptive Weitwinkelkorrektur. Hinter dieser Funktion versteckt sich ein einfach zu bedienendes, aber sehr mächtiges Werkzeug.

Mich hat es schon nach den ersten Versuchen völlig überzeugt und mittlerweile wende ich es bei Stadtbildern und Gebäudeaufnahmen viel öfter an, als die bereits aus Vorversionen bekannte Funktion „Objektivkorrektur“.

Allerdings möchte ich auch gleich darauf hinweisen, dass die Funktion mit Bedacht verwendet werden sollte, wenn Personen im Bild zu sehen sind. Diese könnten unschön verzerrt werden, wenn man sie nicht partiell aus der Korrektur nimmt.

Das folgende Foto habe ich auf einer Reise durch das Bäderdreieck in Böhmen geschossen. In Städten wie Franzensbad und Marienbad gibt es wunderbar erhaltene bzw. restaurierte Wohnhäuser verschiedener Stilrichtungen.

Foto eines Gebäudes

Die relativ schmale Straße mit weiteren Gebäuden im Rücken erlaubte mir nur diese Aufnahme aus der Froschperspektive. Sie hat natürlich ihren Reiz und man bräuchte auch nicht unbedingt eine Korrektur vornehmen. Diese Aufnahme ist aber ein gutes Beispiel, um die Möglichkeiten der neuen Funktion „Adaptive Weitwinkelkorrektur“ in Photoshop CS6 zu demonstrieren.

Man findet diese Funktion unter dem Menüpunkt „Filter“. Das in Photoshop geöffnete Originalbild wird nach der Auswahl „Adaptive Weitwinkelkorrektur“ übernommen und es öffnet sich ein Bildschirm mit relativ wenigen Einstellmöglichkeiten. Man braucht aber im Prinzip auch gar nicht so viele Optionen. In unserem Beispiel wollen wir einfach alle horizontalen und vertikalen Linien des Gebäudes komplett begradigen und dabei auch noch genau senkrecht und waagerecht ausrichten.

Das Vorgehen ist sehr einfach. Wir wählen das Steuerelement ganz links oben aus. Nun können wir mit der Maus sogenannte Constraints setzen. Dazu suchen wir uns Linien in unserem Bild, die eigentlich schnurgerade sein sollten. Das kann die Dachoberkante sein, Fensterfronten oder Balkone. Wenn das gesamte Bild begradigt werden soll, dann brauchen wir einige bildfüllende Linien.

Wir klicken nun mit Maus auf einen Anfangspunkt einer solchen gedachten Linie und ziehen diese bis zu einem Endpunkt. Da wir genau senkrecht bzw. waagerecht sein wollen, wählen wir zusätzlich die Umschalt-Taste. Wenn wir die Maus loslassen, dann wird diese Linie und das direkte Umfeld sofort darauf gerichtet begradigt. Nun können wir weitere Linien über das Bild verteilt hinzufügen. Und immer an die Umschalttaste denken. Ohne diese würde zwar auch begradigt, aber nicht senkrecht und waagerecht.

Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie viele Linien man sinnvoll wählen sollte. Sehr hilfreich ist auch, dass die Linien je nach automatisch erkanntem Objektiv schon bei der Mausauswahl am Bildrand gekrümmt gelegt werden.

 

Photoshop Screenshot

 

Das Ergebnis hat man schon nach wenigen Minuten Arbeit vor sich und es ist in den meisten Fällen verblüffend gut. Wenn sie Photoshop schon viel benutzt haben dann mögen sie solche Magie gewohnt sein.

Aber hätte wirklich jeder mit so einem begradigten Ergebnis ohne große meisterliche Fähigkeiten gerechnet? Vielleicht inspiriert sie diese neue Funktion Adaptive Weitwinkelkorrektur, um über ein Upgrade auf Photoshop CS 6 nachzudenken.

nach Korrektur

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